Vermietung & Verpachtung Alte Porzellanfabrik Nauendorf
 Anke & Thomas Chowanietz

Geschichte der Fabrik


1854 Gründung der Porzellanfabrik durch den Porzellandreher Heinrich Völker 22 Jahre alt, den Porzellandreher Gottlieb Beck, der Porzellandreher und Modellierer Theodor Gottschalk 27 Jahre und der Gastwirt und Porzellandreher Carl Ehrenberger.
Nachdem nach mehreren misslungenen Bränden (Brennöfen), über deren Ursachen Unklarheiten bestanden, Fabrikarbeiter entlassen wurden, zog sich der Unternehmer Carl Ehrenberger zurück. Der Betrieb stand in finanziellen Schwierigkeiten.


Der Baumeister und Ziegeleibesitzer Alt zu Ohrdruf, ein sehr wohlhabender Mann trat an die Stelle des Carl Ehrenberger, so dass der Betrieb unter Leitung der Herren Beck und Gottschalk im Herbst diesen Jahres viele und gute Arbeit leistete. Der Porzellandreher Völker verzichtet auf seinen Fabrikanteil.

Dezember 1854

Jetzt war die Firma Alt, Beck & Gottschalk komplett und sollte viele Jahrzehnte dem Ort Nauendorf und vielen Menschen Arbeit und Brot bringen.


1856 in der Porzellanfabrik zu Nauendorf werden 68 Leute beschäftigt. 1859 Carl Halbig übernimmt die Buchführung von 1859 bis 1868. 7. November 1865 Tod des Mitbesitzers und ersten Geschäftsführers Johann Wilhelm Theodor Gottschalk im Alter von fast 40 Lebensjahren an Leberkrebs. Opfer der langjährigen Porzellanstäube. Durch persönliche Gespräche wurde bekannt, dass die Witwe Gottschalks den aus der Firma ausgeschiedenen Carl Halbig nach dem Tod Gottschalks geheiratet hat.
1869 tritt Carl Halbig aus der Firma aus und gründet in Gräfenhain zusammen mit Herrn Simon eine eigene Puppenfabrik. Reinhold Weingart übernimmt die Leitung der Fabrik in Nauendorf.

1881 Friedrich Alt und Christian E. Reinhold Weingart werden Mitinhaber. 1882 nach dem Tod von Gottlieb Beck und Theodor Gottschalk tritt Johann Georg Wilhelm Alt aus Ohrdruf als Mitinhaber in die Firma ein. Es entwickelt sich ein starker Export von Puppen in die USA. 1883 Teilnahme an der Weltausstellung in Chicago mit Puppenköpfen, Badekindern, Nankingpuppen, Figuren und Tiere. 1884 Friedrich Alt stirbt und somit sind Alleininhaber Johann Georg Wilhelm Alt und Reinhold Weingart.


1885 Johann Georg Wilhelm Alt stirbt. Reinhold Weingart übernimmt die Führung  des  Betriebes.  Mitinhaber  sind  die  Tochter  des  Verstorbenen, Witwe Johanne Marie Juliane Charlotte Kraft -Stockmann, geb. Alt und deren Enkel sowie die Kinder des verstorbenen Friedrich Alt, Elli, Elsa, Alma und Charlotte Alt (alle vertreten durch den Vormund und Fabrikant Robert Kast). 1886 in der Fabrik sind zur Zeit 220 Arbeiter beschäftigt.

1890 Reinhold Weingart verstirbt. Er war Leiter und Mitbesitzer der Nauendorfer und später zugekauften Porzellanfabrik Wiesenthal, Gottschalk & Co. in Stutzhaus. Beide Fabriken beschäftigen 300 Arbeiter, mehr als 100 Heimarbeiterfamilien sind beteiligt (Herstellung der Perücken, Kinder- und Tierfiguren). Die Söhne Reinhold Weingarts, Ernst und Wilhelm, leiten die Nauendorfer Porzellanfabrik, sein Sohn Reinhold jr. die Firma Alt & Koch, C. Beck u. A. Schulze in Ohrdruf. Die Fa. Alt, Beck & Gottschalk exportiert nach Frankreich, Holland, Dänemark, Schweden, Rußland, Italien, Spanien, England, Amerika. 1909 die Porzellanfabrik Nauendorf wird in eine GmbH umgewandelt. Geschäftsführer ist der Kaufmann Ernst Weingart und der Kaufmann Carl Pöhlmann (geboren 1868) aus Steglitz.

1912 Herstellung der Puppenköpfe mit an der Mechanik der Schlafaugen befestigten und durch diese direkt hinter der Mundöffnung zum Ertönen gebrachten Stimme. Die Körper werden mit Sägespänen und Korkabfällen gestopft.


1914 Steigerung des Exports besonders in die USA Entwurf der Amerika "Kewpies ", die völlig von hiesigen Modellen abweichen.
1920 Gründung aller Firmen zu einer Holding. Firmierung als ALBEGO. Es werden Badekinder, Puppen, Puppenköpfe und Nippes produziert.

1932 Die Firma Georg Borchfeldt & Co. AG (große Firma aus den USA waren lange Anteilseigner bei Alt, Beck & Gottschalk) führt in Bayern Verhandlungen über den Verkauf ihrer Anteile bei der Fa. Alt, Beck & Gottschalk aufgrund der schlechten Wirtschaftslage und somit der geringfügigen Aufträge.
20.10.1932 Hans Siegel (geboren 07.10.1898 in Dresden), er ist der Schwiegersohn von Carl Pöhlmann, erhält einen Firmenanteil von 16,7 % (2.760 Mark) und Carl Pöhlmann hält den Rest der Anteile mit 13.800 Mark.
Es gibt noch eine Frau Katharina Siegel (Tochter von Carl Pöhlmann) geboren 1898 Johannes (oder Hannes) und Katharina heiraten 1926 inNauendorf.
Die Tochter Rosemarie Siegel wurde am 29.05.1927 geboren.

1950 Karl Pöhlmann schied aus der Firmenleitung aufgrund seines hohen Alters aus und übergab alle Rechte an Katharina Siegel, welche tatkräftig von ihrer Tochter Rosemarie unterstützt wurde. 22.12.1952 Der langjährige Firmeninhaber Karl Pöhlmann stirbt.
Der Vater Johannes Siegel kehrte nicht aus dem 2. Weltkrieg zurück und ist wahrscheinlich 1945 bei Pila in Polen gefallen.
1953 in diesem Jahr wird die Porzellanfabrik, welche von Frau Katharina Siegel geleitet wird, enteignet. Diese floh im Mai 1953 mit ihrer Tochter Rosemarie nach Westdeutschland.
8. April 1954 Nachdem die ehemalige Porzellanfabrik Alt, Beck und Gottschalk nunmehr in Volkseigentum übergegangen ist und die Produktion wieder anlaufen wird, gilt es, die künftige Rechtsträgerschaft der gesamten Grundstücke festzulegen. Es wird dringend Gebrauchsporzellan benötigt. Später wird die Produktion auf Keramikprodukte umgestellt.

1962 In diesem Jahr wird das Keramische Werk aus Sicherheitsgründen geschlossen.

1965 Die LPG zieht in die Fabrik ein. Die obere Etage der „Halle“ wird abgerissen.

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